“Ein Rettungsbot hat uns gerettet.”

In diesem demokratischen 21. Jahrhundert sind Frauen in Ländern des globalen Südens weiterhin vielfach Belästigung, Diskriminierung und sogar Folter ausgesetzt durch Männer, die oft Familienmitglieder sind. Europa hat die Gleichstellung der Frau anerkannt. Häufig wurde dies durch einen langen Kampf der Frauen erreicht. Helen, die jetzt 24 ist, gehört zu jenen leidgeprüften, aber standhaften Frauen, die den Kampf für ein freies Leben nicht aufgaben. Helen wurde im konservativen Eritrea geboren, im Nordosten Afrikas. Die mutige Frau verließ ihre Heimat Richtung Europa, um ein freies und unabhängiges Leben ihrer Wahl zu führen.

Helen hat die neunte Klasse abgeschlossen und spricht Tigrinya, Englisch und kann sich auch auf Deutsch verständigen. Sie lebte ein glückliches Leben mit ihrer Familie in ihrem Dorf. Helen hat zwei Schwestern und einen Bruder. „Im Dorf feierte ich traditionelle und religiöse Feste mit meinen Schwestern und Freunden“, sagt Helen, als sie sich an ihre Zeit in Eritrea erinnert. Und plötzlich füllen sich ihre Augen mit Tränen, während sie über ihre Erinnerungen spricht. Eines Tages entschloss sie sich, etwas Ungewöhnliches zu tun, und deshalb lebt Helen jetzt als Geflüchtete, Tausende von Kilometern entfernt von ihrer Familie, ihren Freunden und dem Land, in dem sie aufgewachsen ist. Nun ist sie hier, eine zufriedene Helen, vor mir auf einem Stuhl und spielt mit ihrem vier Monate alten Baby in einer Flüchtlingsunterkunft.

„Es war zweifellos eine sehr harte Reise. I ging vier Tage lang zu Fuß, als ich meine Reise von Afrika nach Europa begann“, sagt sie. Nach ein paar Tagen erreichte sie Äthiopien, nachdem sie die Wüste und die Berge überquert hatte, und von dort ging sie weiter in den Sudan. „Im Sudan musste ich wie ein Dieb reisen, mich in einem Auto verstecken, um der Polizei aus dem Weg zu gehen. Der Fahrer fuhr tagsüber schnell, doch nachts fuhr er nie,“ offenbart sie die Spielregeln des Menschenhandels.

Nach einer langen Pause beginnt sie wieder zu sprechen: „Dann erreichte unsere kleine Karawane Libyen. In Libyen nahm die Zahl der Menschen, die nach Europa wollten, zu, und die Einwohner vieler

Länder schlossen sich unserer Gruppe an,“ sagt sie. „In Libyen reisten wir sieben Tage lang in verschiedenen Fahrzeugen. Die Fahrer und andere Männer vergewaltigten Frauen vor meinen Augen. Ich kann diese schreckliche Zeit nicht beschreiben“, seufzt Helen verzweifelt.

Das Ziel war noch weit entfernt, auf der anderen Seite des Meeres. Die nächste Reise war die riskanteste, und sie hätte leicht ertrinken können, wie es so oft passiert. Nach einem viermonatigen Aufenthalt in Libyen begann Helens Reise in Richtung Italien auf einem Boot mit 200 anderen Menschen. „Es war eine beängstigende Reise auf dem Wasser, und wir alle sahen uns in einem Rennen zwischen Leben und Tod“, erzählt Helen mit schreckerfülltem Blick. „Als unser Boot kurz davor war zu sinken, hat uns ein Rettungsboot gerettet. Ich muss sagen, dass ich erleichtert aufatmete“, strahlt die afrikanische Geflüchtete. Mit Hilfe des Rettungsbootes erreichten wir Italien, und von dort ging es weiter nach Deutschland.“

Helen, die ein mutiges Herz besitzt und zweifellos einfallsreich ist, genießt nun ihre Freiheit und kann selbst entscheiden, was sie möchte. Sie ist überaus glücklich und schätzt die Haltung der deutschen Regierung gegenüber Geflüchteten. Sie hofft, dass diese Freiheit und Liebe gegenüber der Menschheit auch ihr Heimatland erreichen werden.

Nachdem sie einige Zeit hier verbracht hatte, verliebte sie sich in einen Mann in der Flüchtlingsunterkunft und bekam ihr erstes Kind. Das Baby ist müde und schläft, während Helen mit ihren Fingern durch sein lockiges Haar fährt. „Die Deutschen haben mir das Recht gegeben zu bleiben, und ich liebe die Umgebung und die fantastische Infrastruktur.“ Helen ist allen dankbar, die ihr geholfen haben.

” Diese Geschichte ist Teil einer Broschüre im Entstehen des Journalisten Noor Badshah Yousafzai, der selbst nach Deutschland geflohen ist. Er arbeitet für verschiedene Medien, darunter BBC Pashtu und The Pashtun Express. Sobald die Broschüre gedruckt ist, veröffentlichen wir sie hier auf unserem Blog. Bis dahin teilen wir die einzelnen Geschichten als individuelle Artikel. Die Broschüre wird ermöglicht über die “Partnerschaften für Demokratie Treptow-Köpenick” über das Programm Demokratie leben!

http://www.interaxion-tk.de/index.php/de/blog/teilhabe-und-begegnung/330-her-way-to-liberty-and-life

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