Transgender in Pakistan: Opfer von Diskriminierung, Gewalt und Mord.

Pakistan ist eines der Länder, in denen Transgender nicht immer sicher und Diskriminierung, Gewalt und Ungerechtigkeit ausgesetzt sind. In einem Land, in dem der Islam allgegenwärtig ist und besonders konservativ gelebt wird, kann niemand die Existenz von Transgender tolerieren. Die islamischen Konservativen akzeptieren in ihrem Einflussbereich niemals, dass Transsexuelle ihr Gesicht schminken, ihre Haare lang tragen, ihre Lieblingskleidung anziehen, Sex haben, als ein anderes Geschlecht, zusammen und frei leben. Sie sagen, dass diese Handlungen von Transgender gegen den Islam und absolut haram sind.

In einer konservativen Gesellschaft, in der ein Mensch als Transgender geboren wird, aufwächst und seine Familie von der Sexualität der Person erfährt, ist er Gewalt und Diskriminierung ausgesetzt. Die Familie eines Transgender betrachtet die Person als eine Beleidigung für ihr Haus und ihre Familie. Sie schämen sich für ihr Familienmitglied. Da Transgender auch zu Hause nicht angemessen behandelt werden, ist die Person gezwungen, die Familie zu verlassen und in die Stadt zu ziehen.

Wenn Transgender beim Ausgehen auf dem Markt unterwegs sind, macht die Öffentlichkeit Witze über sie, zeigt offen mit dem Finger auf ihre Körper. Nicht selten werden sie zum passiven Sex gezwungen. Das Wort Transgender wird in der Gesellschaft als Schimpfwort verwendet. Wenn zum Beispiel ein Mann schwach im Kampf und in der Arbeit ist, keinen starken Körper und weniger Muskelmasse hat, wird er als Transgender beschimpft.

Khyber Pakhtunkhwa, ist eine der vier Provinzen Pakistans. Sie liegt im Nordwesten des Landes, entlang der afghanisch-pakistanischen Grenze und ganz in der Nähe der chinesischen Grenze. Im letzten Monat sind in dieser Provinz mindestens vier Transgender getötet und sieben weitere verletzt worden. Dies ist nicht das erste Mal, dass Transgender in dieser Provinz getötet wurden. Vielmehr läuft diese Serie schon seit Jahren fort. Nach Angaben von Transgender-Aktivisten in Khyber Pakhtunkhwa wurden seit 2015 in der Provinz 90 Transgender-Personen getötet, während 150 weitere Opfer verschiedener Formen körperlicher Gewalt geworden sind, wie die NGO Blue Veins berichtet.

https://www.vice.com/en/article/wxdkvx/transphobic-attacks-trans-women-murdered-khyber-pakhtunkhwa-pakistan

Ich habe mit einer Transfrau in Peschawar über ihr Leben, die Herausforderungen, mit denen sie in der Gesellschaft konfrontiert ist, sowie über die Gewalt und die Tötungen von Transgender gesprochen. Arzoo Khan (35) lebt in Peschawar, der Hauptstadt der pakistanischen Provinz Khyber Pakhtunkhwa. Arzoo Khan ist Leiterin der “Manzil Foundation“, einer Stiftung, die sich für die Rechte von Transgender einsetzt.

Manzil bedeutet ”Ziel” in Paschto.

Laut eigenen Angaben arbeitet Arzoo Khan seit 2009 in der Manzil Foundation, welche 2021 offiziell registriert wurde.Heute hat die Stiftung Tausende Mitglieder im ganzen Land. Die Manzil Foundation arbeitet für das Wohlergehen, die Unterstützung und die Stärkung der Rechte von Transgender in Khyber Pakhtunkhwa.

Arzoo Khan hat in ihrem Leben schwierige Zeiten durchgemacht

Arzoo Khan sagt: “Ich stamme aus einer der konservativsten und traditionellen Gegenden der Provinz Khyber Pakhtunkhwa. Vor 15 Jahren verließ ich meine Familie, zog nach Peshawar und schloss mich hier anderen Transsexuellen an.”

Arzoo Khan sagt, sie sei von ihrer Familie aus ihrem Haus vor die Tür gesetzt worden, weil sie ein Transsexueller ist. Transsexuelle werden in der islamischen Gesellschaft der Paschtunen unwürdig behandelt.

“Mein Vater wurde immer von den Dorfbewohnern und Einheimischen beschimpft, weil er sagte, dein Kind sei ein Transsexueller. Ich konnte nicht im Dorfladen einkaufen gehen und wurde in der Schule und auf der Straße ständig belästigt.”

Arzoo Khan sagt, als ihre Mutter vor zwölf Jahren starb, durfte sie ihre Mutter zunächst nicht zum letzten Mal sehen. “Meine Familie stellte einige Bedingungen, z. B. dass du dir die Haare schneiden, Männerkleidung anziehen und deinen Kopf auf islamische Weise bedecken musst. Also stimmte ich diesen Bedingungen zu, schnitt mir die Haare ab, setzte mir einen islamischen Turban auf und besuchte den toten Körper meiner Mutter und sah sie zum letzten Mal. Zwei Tage später schlugen mich meine Brüder und trieben mich aus dem Haus, weil sie sagten, dass es keine Verbindung zwischen mir und ihnen gäbe, nur weil ich transsexuell sei und sie sich wegen mir in der Gesellschaft zu schämen hätten. Ich wurde oft geschlagen, versucht zu töten und

vergewaltigt. Aber jetzt kämpfe ich für andere Transsexuelle und erhebe meine Stimme für ihre Rechte, das ist meine Aufgabe”, sagte sie.

https://www.bbc.com/news/world-asia-50486439

Laut Arzoo Khan sind die meisten Verwandten in die gezielten Morde an Transgendern verwickelt. Häufig arbeiten die Transgender in Khyber Pakhtunkhwa als Sängerinnen und Tänzerinnen zu verschiedenen Anlässen, etwa Geburts- oder Hochzeitsfeiern. Sie haben auch Sex mit Männern. Die Familienmitglieder der Transgender Gemeinschaft werden von der Gesellschaft verspottet, weil Tanzen und Sex für sie inakzeptabel sind, weshalb sie diese töten.

Source> https://www.independent.co.uk/news/world/asia/transgender-pakistan-birthday-parties-peshwar-trans-community-gender-sexuality-police-a7545671.html

Mahi Gul (26), eine Transfrau und Masterabsolventin in internationalen Beziehungen, lebt weit entfernt von ihrer Familie in Peschawar, da ihre Familie aufgrund ihres Geschlechts ebenfalls mit Schwierigkeiten in der Gesellschaft zu kämpfen hat.

Mahi Gul zufolge sind Vergewaltigung, Gewalt und Diskriminierung für Transgender in der Gesellschaft bittere Normalität.

Mahi sagt, dass er keinen richtigen Job hat, wenn er einen Job annimmt, wird Sex verlangt, er wird nicht genug bezahlt. Sie sind weder auf der Straße noch in ihren Häusern sicher und laufen immer Gefahr, angegangen und erschossen zu werden.

Ihr zufolge singen und tanzen Transsexuelle auch auf Hochzeiten, aber mit dem Anstieg des religiösen Extremismus in der Gesellschaft singen und tanzen viele Menschen nicht mehr auf Hochzeiten, weil sie glauben, dass dies gegen den Islam verstößt und es schlecht ist, den Beginn eines neuen Lebens mit Tanzen und Singen zu beginnen.

Mahi sagt, dass es üblich ist, dass Transsexuelle nach dem Singen erschossen werden, so wie man ein Huhn schlachtet. Es gibt auch das Problem der Schutzgelderpressung von Transsexuellen durch Mafiagruppen. Die transgender Gemeinschaft wird von der Polizei nicht besonders geschützt, und die Mörder von Transgender werden nicht verhaftet, weil die Mörder oft die Polizei bestechen und dann davonkommen. Und so findet die Gewalt kein Ende.

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